Biodiversitätsgärten

Der Begriff Biodiversität umfasst das Leben in seiner ganzen Vielfalt, in seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen und Systemen und bezieht sich auf Lebewesen, Pflanzen, Pilze und Mirkroorganismen.

Es ist das vielleicht bedeutendste Merkmal unserer Zeit, dass diese Biodiversität in starkem Rückgang begriffen ist und bereits klar absehbar, dass diese Entwicklung problematische Auswirkungen auf das Leben in der Zukunft hat.

Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart, den Rückgang von Biodiversität zu stoppen. Jedermann trägt bewußt oder unbewußt durch seine täglichen Handlungen zur Förderung oder aber zur Dezimierung von Biodiversität bei. Von besonderer Auswirkung sind unter anderem die Entscheidungen, die wir in unseren Gartenanlagen treffen.

Unsere Gärten sind durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft zu wichtigen Refugien für viele Kleinlebewesen geworden und stellen mittlerweile einen bedeutenden ökologischen Faktor dar. Naturnah gestaltete Gärten bieten Nahrung, Schutz und Brutstätten für zahlreiche Arten und sind Teil von überlebenswichtigen Korridoren für ziehende als auch siedelnde Arten. Dabei ist ein naturnah gestalteter Garten nicht gleichzusetzen mit einem unaufgeräumten durchwucherten Dickicht, vielmehr liegt auch hier die Betonung auf der Vielfalt von Pflanzen und Standorten sowie der Wahl von möglichst unbearbeiteten Pflanzensorten, wobei den heimischen Arten stets der Vorzug zu geben ist.

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Bei der Bepflanzung unserer Gartenanlage legen wir besonderes Augenmerk auf pollen- und nektarliefernde Pflanzen und bemühen uns durchgehend Nahrungsquellen für unterschiedlichste Insektenarten zu bieten. Zusätzlich zu den natürlichen Rückzugszonen, die der Garten in Form von Steinmauern, Schlehdornhecken und einzelnen Bäumen liefert, arbeiten wir mit Insekten- und Vogelnisthilfen aus Holz und Holzbeton, mit Fledermausquartieren und Insektenkombis und haben auch für Hummelquartiere in den Steinmauern gesorgt. Da die Gartenanlage erst wenige Jahre alt ist fehlen uns noch wichtige  ökölogische Ausstattungselemente wie etwa große, entsprechend alte Laubbäume, welche in unserem Gebiet mittlerweile zu den besondereren Raritäten gehören.

Ein fast 40 m langes bestehendes Wasserbecken wurde kürzlich noch mit einer durchgehenden Uferzone ausgestattet und der Wasserspiegel um ca 20 cm erhöht, da bei unseren Wintern im Wasser lebende Kleintiere bei einer Wassertiefe von 50 cm geringe Überlebenschancen haben.

Als besonders wertvoll hat sich in den letzten Jahren ein ungemäht bleibender Streifen Wiese zwischen den Obstbäumen von ca. 200 Quadratmetern Fläche erwiesen. Der extrem magere Boden bringt interessanten Flor und hat sich zum Anziehungspunkt für Bläulinge und andere Insektenarten entwickelt.

In den mit dem Rasenmäher regelmäßig gemähten Flächen lassen wir streifenartig Gras stehen, um Ausweichflächen für Kleinstlebewesen zu schaffen. Der Rasen ist allerdings keine monotone Angelegenheit, sondern – übrigens ganz im Sinne von Prinz Charles – aus einer Kombination von Gräsern und Blumensamen entstanden. Kuckuckslichtnelken haben sich angesiedelt und vermehrt und werden bei den Mähgängen ausgespart.

An einer besonnten Gartenmauer gestapeltes Altholz soll weitere Tierchen anziehen, oder den bereits vorhandenen regelmäßig gesichteten Kröten und Fröschen Unterschlupf bieten.

Im Übrigen wird durch die Anpassung an laufend gemachte Beobachtungen versucht die Gartenanlage lebensfördernd zu bearbeiten und weiterzuentwickeln.