Biodiversität
Organischer Gartenbau
Zu den Gewächshäusern des Artenschutzzentrums gehört ein ca. 2000 Quadratmeter großer Garten. Dieser wird unter anderem zum biologischen Anbau von Papageienfutterpflanzen genutzt, wobei wir auf chemischen Pflanzenschutz völlig verzichten und unsere Beete nur durch jährliche großzügige Kompostgaben aufdüngen.
Zu den gezogenen Gemüsesorten zählen Gurken, Zucchini, Tomaten, Brokkoli, Sellerie, Kartoffeln, Bohnen und verschiedene Kräuterarten. Artischocken wurden im vorigen Jahr erstmals angepflanzt, brachten aber noch keine erfolgreiche Ernte.
An Beerenpflanzen werden Erdbeeren, Himbeeren Brombeeren, Johannisbeeren (schwarz, rot und weiss) und Stachelbeeren gezogen. Weiters ernten wir Kornelkirschen (cornus maas und die Zuchtsorte „jolica“), Kirschen, Zwetschgen, verschiedene Apfelsorten, Trauben, Sanddorn Schlehen und Vogelbeeren. Wir warten noch auf einen Ernteerfolg bei den Birnen, Marillen und Mirabellen (goccie d´ oro).
In einem Moorbeet ziehen wir Schwarzbeeren und Preiselbeeren, (bisher geringen Ertrag bei den Preiselbeeren). Zwei Gojibeerenpflanzen (lycium barbarum) mußten wir nach nur einer Saison ausgraben, weil sie in kürzester Zeit sämtliche Beete invasiv durchzogen und meterlange Ausläufer bildeten.
Kleine Wildapfelsorten und Riesensonnenblumen runden unseren bisherigen Anbauerfolg ab.
Biodiversität
Der Begriff Biodiversität umfasst das Leben in seiner ganzen Vielfalt, in seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen und Systemen und bezieht sich auf Lebewesen, Pflanzen, Pilze und Mirkroorganismen.
Es ist das vielleicht bedeutendste Merkmal unserer Zeit, dass diese Biodiversität in starkem Rückgang begriffen ist und bereits klar absehbar, dass diese Entwicklung problematische Auswirkungen auf das Leben in der Zukunft hat.
Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart, den Rückgang von Biodiversität zu stoppen. Jedermann trägt bewußt oder unbewußt durch seine täglichen Handlungen zur Förderung oder aber zur Dezimierung von Biodiversität bei. Von besonderer Auswirkung sind unter anderem die Entscheidungen, die wir in unseren Gartenanlagen treffen.
Unsere Gärten sind durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft zu wichtigen Refugien für viele Kleinlebewesen geworden und stellen mittlerweile einen bedeutenden ökologischen Faktor dar. Naturnah gestaltete Gärten bieten Nahrung, Schutz und Brutstätten für zahlreiche Arten und sind Teil von überlebenswichtigen Korridoren für ziehende als auch siedelnde Arten. Dabei ist ein naturnah gestalteter Garten nicht gleichzusetzen mit einem unaufgeräumten durchwucherten Dickicht, vielmehr liegt auch hier die Betonung auf der Vielfalt von Pflanzen und Standorten sowie der Wahl von möglichst unbearbeiteten Pflanzensorten, wobei den heimischen Arten stets der Vorzug zu geben ist.
Bei der Bepflanzung unserer Gartenanlage legen wir besonderes Augenmerk auf nektarliefernde Pflanzen und bemühen uns durchgehend Nektarquellen für unterschiedlichste Insektenarten zu bieten. Zusätzlich zu den natürlichen Rückzugszonen, die der Garten in Form von Steinmauern, Schlehdornhecken und einzelnen Bäumen liefert, arbeiten wir mit Insekten- und Vogelnisthilfen aus Holz und Holzbeton, mit Fledermausquartieren und Insektenkombis und haben auch für Hummelquartiere in den Steinmauern gesorgt. Da die Gartenanlage erst wenige Jahre alt ist fehlen uns noch wichtige ökölogische Ausstattungselemente wie etwa große, entsprechend alte Laubbäume, welche in unserem Gebiet von besonderer Rarität geworden sind.
Ein fast 40 m langes bestehendes Wasserbecken wird heuer noch mit einer durchgehenden Uferzone ausgestattet und der Wasserspiegel um ca 20 cm erhöht, da bei unseren Wintern im Wasser lebende Kleintiere bei einer Wassertiefe von 50 cm geringe Überlebenschancen haben.
Als besonders wertvoll hat sich in den letzten Jahren ein ungemäht bleibender Streifen Wiese zwischen den Obstbäumen von ca. 200 Quadratmetern Fläche erwiesen. Der extrem magere Boden bringt interessanten Flor und hat sich zum Anziehungspunkt für Bläulinge und andere Insektenarten entwickelt.
In den mit dem Rasenmäher regelmäßig gemähten Flächen lassen wir streifenartig Gras stehen, um Ausweichflächen für Kleinstlebewesen zu schaffen. Der Rasen ist allerdings keine monotone Angelegenheit, sondern – übrigens ganz im Sinne von Prinz Charles – aus einer Kombination von Gräsern und Blumensamen entstanden. Kuckuckslichtnelken haben sich angesiedelt und vermehrt und werden bei den Mähgängen ausgespart.
An einer besonnten Gartenmauer gestapeltes Altholz soll weitere Tierchen anziehen, oder den bereits vorhandenen regelmäßig gesichteten Kröten Kröten und Fröschen Unterschlupf bieten.
Im Übrigen wird durch die Anpassung an laufend gemachte Beobachtungen versucht die Gartenanlage lebensfördernd zu bearbeiten und weiterzuentwickeln.